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SNR-Wert beim Gehörschutz einfach erklärt

Was ist der SNR-Wert?

Wer sich mit Gehörschutz beschäftigt, begegnet dieser Kennzahl auf fast jeder Produktverpackung. Die Abkürzung steht für „Single Number Rating“ und ist die in Europa gültige Kennzahl, mit der die Dämmleistung eines Gehörschutzprodukts angegeben wird. Je höher der Wert, desto stärker wird der am Ohr ankommende Schall reduziert.

💡 Definition: Der SNR-Wert (Single Number Rating) ist eine genormte Kennzahl nach europäischer Norm EN ISO 4869-2, die angibt, um wie viele Dezibel ein Gehörschutzprodukt den eintreffenden Schallpegel am Ohr reduziert.

Er wurde eingeführt, um Verbrauchern und Arbeitgebern eine einfache Vergleichsgröße an die Hand zu geben. Statt komplizierter Messkurven über verschiedene Frequenzbereiche steht eine einzige Zahl auf der Verpackung, etwa 28 oder 35. Diese Zahl gilt als Orientierungswert für die Schutzwirkung unter realen Tragebedingungen. Wer verschiedene Produkte miteinander vergleicht, kann so auf einen Blick erkennen, welches Modell für welchen Einsatzbereich geeignet ist.

Wie wird der Wert berechnet?

Die Zahl entsteht im Labor. Dabei wird gemessen, wie stark das Produkt Schall über verschiedene Frequenzen hinweg dämpft. Diese Einzelwerte werden nach einer festgelegten Formel zu einem einzigen Zahlenwert zusammengefasst. Das Ergebnis spiegelt die durchschnittliche Dämmleistung über das gesamte Frequenzspektrum wider.

Wichtig zu verstehen: Es handelt sich um einen Laborwert. In der Praxis liegt die tatsächliche Dämmwirkung je nach Sitz und Trageweise des Produkts oft etwas darunter. Fachleute empfehlen daher, bei der Berechnung des erforderlichen Schutzes einen Abschlag von etwa 4 dB einzurechnen. Ein Produkt mit dem Wert 33 bietet in der Praxis also eher etwa 29 dB Dämmung. Das klingt zunächst ernüchternd, ist aber kein Qualitätsmangel, sondern eine realistische Einschätzung der Alltagsbedingungen.

Ein weiterer Faktor ist die Frequenzverteilung des Lärms. Der Gesamtwert beschreibt die Dämmleistung gemittelt über alle Frequenzen. Wer in einer Umgebung mit besonders viel Tief- oder Hochtonlärm arbeitet, sollte zusätzlich die H, M und L-Werte auf der Verpackung beachten. Diese beschreiben die Dämmleistung separat für hohe, mittlere und tiefe Frequenzen und geben ein genaueres Bild der tatsächlichen Schutzwirkung in der jeweiligen Situation.

Welche Werte gibt es und wofür eignen sie sich?

Die Bandbreite reicht bei den meisten Produkten von etwa 20 bis 37. Nicht jede Situation erfordert den höchstmöglichen Wert. Zu viel Dämmung kann sogar hinderlich sein, weil wichtige Warnsignale oder Gespräche nicht mehr wahrgenommen werden. Die Wahl des richtigen Produkts hängt deshalb immer vom konkreten Einsatzbereich und dem dort herrschenden Lärmpegel ab.

  • 20 bis 25: Geeignet für Umgebungen mit mittlerem Lärmpegel, etwa belebte Veranstaltungen, Konzerte oder Büros mit Maschinengeräuschen.
  • 26 bis 30: Typischer Bereich für handwerkliche Tätigkeiten, Gartenarbeit mit lauten Geräten oder den Einsatz beim Gehörschutz auf der Jagd.
  • 31 bis 37: Für sehr laute Umgebungen wie Baustellen, Industrieanlagen oder den professionellen Gehörschutz am Arbeitsplatz. Hier kommen häufig Kapselgehörschützer mit hohem Dämmwert zum Einsatz.

Wie rechnet man den benötigten Wert aus?

Wer wissen möchte, welchen Wert ein Produkt mindestens haben sollte, kann das mit einer einfachen Formel ermitteln. Ausgangspunkt ist der tatsächliche Schallpegel am Arbeitsplatz oder Einsatzort, gemessen in dB(A). Davon zieht man den angestrebten Zielwert am Ohr ab, in der Regel 80 dB(A). Das Ergebnis ist der Mindestwert, den das Produkt haben sollte, zuzüglich des Praxisabschlags von etwa 4 dB.

Ein Beispiel: Der Lärmpegel am Arbeitsplatz beträgt 100 dB(A). Ziel ist ein Pegel von maximal 80 dB(A) am Ohr. Benötigt wird also eine Dämmung von mindestens 20 dB. Mit dem Praxisabschlag von 4 dB sollte das Produkt einen Wert von mindestens 24 haben. In diesem Fall wäre ein Modell mit dem Wert 28 oder höher eine sichere Wahl.

Wer den Schallpegel am eigenen Einsatzort nicht kennt, kann ihn mit einem Schallpegelmessgerät ermitteln. Das gibt eine zuverlässige Grundlage für die Produktauswahl.

Was sagen die gesetzlichen Vorgaben?

In Deutschland und der EU gilt: Ab einem Tages-Lärmexpositionspegel von 85 dB(A) ist das Tragen von Gehörschutz am Arbeitsplatz gesetzlich vorgeschrieben. Der benötigte Wert ergibt sich dann aus der Differenz zwischen dem tatsächlichen Schallpegel und dem Zielwert von 80 dB(A).

Arbeitgeber sind verpflichtet, geeigneten Gehörschutz bereitzustellen und sicherzustellen, dass er korrekt getragen wird. Dabei spielt nicht nur der Wert auf der Verpackung eine Rolle, sondern auch der tatsächliche Sitz des Produkts. Ein Produkt mit hervorragendem Laborwert, das im Alltag schlecht sitzt, bietet weniger Schutz als ein einfacheres Modell mit korrektem Sitz.

Für den Freizeitbereich gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, aber als Orientierung gilt dieselbe Schwelle von 85 dB(A). Wer regelmäßig Konzerte besucht, mit lauten Maschinen arbeitet oder Sport in lauter Umgebung betreibt, sollte die Lautstärke an seinem Einsatzort kennen. Mehr zu den gesetzlichen Pflichten findet sich auf der Seite zum Gehörschutz am Arbeitsplatz.

Produktvergleich: Worauf neben dem Wert noch achten?

Der Zahlenwert ist ein wichtiges, aber nicht das einzige Kriterium bei der Produktauswahl. Tragekomfort, Material und Anwendungsbereich spielen ebenfalls eine Rolle. Ein Kapselgehörschutz lässt sich schnell auf und abnehmen, was ihn für Situationen mit häufigem Wechsel zwischen lauten und ruhigen Bereichen praktisch macht. Ohrenstöpsel hingegen sind kompakter und bei sehr hohem Schallpegel manchmal wirksamer, weil sie den Gehörgang direkt verschließen.

Für Kinder gelten besondere Anforderungen an Passform und Tragekomfort. Entsprechende Hinweise finden sich auf der Seite zum Gehörschutz für Kinder. Für Babys und Kleinkinder gibt es speziell angepasste Modelle, die auf der Seite zum Gehörschutz für Babys vorgestellt werden.

Häufige Fragen

Die Zahl ist der SNR-Wert und gibt an, um wie viele Dezibel der Schallpegel am Ohr reduziert wird. Ein höherer Wert bedeutet stärkere Dämmung.
Für die meisten handwerklichen Tätigkeiten reichen Werte zwischen 26 und 30. Für sehr laute Industrieumgebungen sind Werte ab 31 empfehlenswert.
Der Wert wird unter optimalen Laborbedingungen ermittelt. Im Alltag kann der Sitz des Produkts variieren, was die tatsächliche Dämmwirkung etwas verringert. Fachleute empfehlen einen Praxisabschlag von etwa 4 dB.
Der Gesamtwert beschreibt die gemittelte Dämmleistung über alle Frequenzen. H, M und L geben die Dämmleistung separat für hohe, mittlere und tiefe Frequenzen an und erlauben eine genauere Einschätzung für spezifische Lärmsituationen.
Er steht auf der Produktverpackung sowie in der beiliegenden Dokumentation. Bei CE-zertifizierten Produkten ist die Angabe Pflicht.

Dieser Glossar-Eintrag wurde von uns redaktionell unter Zuhilfenahme einer KI erstellt.


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