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Lärmreduzierung 63 bis 8000 Hz – was diese Angabe wirklich bedeutet

Eine Angabe auf Produktdatenblättern, die viele rätseln lässt

Wer technische Datenblätter von Schallpegelmessgeräten oder Gehörschutzprodukten liest, stößt auf Angaben wie „Lärmreduzierung 63 bis 8000 Hz“ oder „Messbereich 63 Hz bis 8 kHz“. Diese Zahlen beschreiben den Frequenzbereich, in dem ein Gerät oder ein Produkt wirksam ist. Warum dieser spezifische Bereich gewählt wurde und was er über die tatsächliche Schutz- oder Messwirkung aussagt, erklärt kaum ein Hersteller.

💡 Definition: Die Angabe „Lärmreduzierung 63 bis 8000 Hz“ beschreibt den Frequenzbereich, in dem ein Gerät oder Produkt den Schallpegel zuverlässig messen oder reduzieren kann. 63 Hz steht für den unteren Grenzwert im hörbaren Tieftonbereich, 8000 Hz für den oberen Grenzwert im Hochtonbereich. Innerhalb dieses Bereichs sind die angegebenen Leistungswerte gültig.

Der Bereich von 63 bis 8000 Hz ist kein zufällig gewählter Wert, sondern entspricht den Oktavbändern, die in der internationalen Norm EN ISO 4869 für die Messung und Bewertung von Gehörschutz festgelegt sind. Diese Oktavbänder decken den für den Arbeitsschutz und den alltäglichen Lärmschutz relevanten Teil des hörbaren Frequenzspektrums ab.

Warum genau 63 bis 8000 Hz?

Das menschliche Gehör kann theoretisch Frequenzen von etwa 20 Hz bis 20.000 Hz wahrnehmen. Für die Bewertung von Lärm am Arbeitsplatz und die Prüfung von Gehörschutzprodukten ist aber nicht das gesamte hörbare Spektrum relevant, sondern der Bereich, in dem die meisten Lärmquellen ihre Energie konzentrieren und in dem das Gehör besonders empfindlich reagiert.

  • 63 Hz (untere Grenze): Dieser Wert entspricht dem tiefsten Oktavband, das für die Bewertung von Arbeitsplatzlärm relevant ist. Tiefere Frequenzen unter 63 Hz, sogenannter Infraschall, spielen bei der Bewertung von Gehörschutz nach europäischer Norm eine untergeordnete Rolle.
  • 125 bis 500 Hz (Tiefton bis Mittelton): Dieser Bereich umfasst viele Maschinengeräusche, Motorenbrummen und tieffrequenten Industrielärm. Gehörschutzprodukte dämpfen in diesem Bereich oft weniger stark als bei höheren Frequenzen, was durch den L-Wert auf der Verpackung beschrieben wird.
  • 1000 bis 4000 Hz (Kernbereich): Das Gehör ist in diesem Bereich am empfindlichsten. Hier liegen auch die meisten relevanten Lärmquellen wie Kreissägen, Schleifmaschinen und viele Industriewerkzeuge. Dieser Bereich ist für die SNR-Bewertung besonders gewichtig.
  • 8000 Hz (obere Grenze): Frequenzen über 8000 Hz spielen für die meisten Arbeitsplatzlärmsituationen eine untergeordnete Rolle. Darüber hinaus nimmt die Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs stark ab, weshalb dieser Wert in der Norm als obere Grenze festgelegt wurde.

Was die Angabe für Schallpegelmessgeräte bedeutet

Bei Schallpegelmessgeräten beschreibt der Frequenzbereich 63 bis 8000 Hz den Bereich, in dem das Gerät zuverlässige Messwerte liefert. Ein Gerät, das diesen Bereich abdeckt, ist für die meisten Arbeitsplatzmessungen und die Beurteilung von Lärm im Sinne der europäischen Lärmschutzrichtlinie geeignet.

Wichtig: Der angezeigte dB(A)-Wert berücksichtigt bereits die Frequenzempfindlichkeit des menschlichen Gehörs über diesen Bereich. Das bedeutet, dass Frequenzen im besonders empfindlichen Mitteltonbereich stärker gewichtet werden als tiefe oder sehr hohe Töne. Das Messgerät liefert also nicht einfach den physikalischen Schalldruck, sondern einen wahrnehmungsgewichteten Wert.

Für spezielle Anwendungen, etwa die Messung von Impulslärm bei Schusswaffen oder die Analyse tieffrequenter Maschinengeräusche, können Geräte mit erweitertem Frequenzbereich notwendig sein.

Was die Angabe für Gehörschutzprodukte bedeutet

Auf Gehörschutzprodukten beschreibt der Frequenzbereich 63 bis 8000 Hz den Bereich, für den die Dämmwerte im Labor ermittelt wurden. Der SNR-Wert und die H, M und L-Werte basieren auf Messungen in den Oktavbändern innerhalb dieses Bereichs. Außerhalb dieses Bereichs gibt es keine normierten Aussagen über die Schutzwirkung.

Das bedeutet konkret: Wer Lärm hat, der hauptsächlich unterhalb von 63 Hz liegt, also sehr tieffrequenten Infraschall, kann sich nicht auf die ausgewiesenen Dämmwerte des Produkts verlassen. Für den alltäglichen Einsatz in Industrie, Handwerk und Freizeitbereich ist das jedoch in der Regel kein Problem, weil die meisten relevanten Lärmquellen ihre Energie im Bereich von 63 bis 8000 Hz konzentrieren.

Was viele nicht wissen: Zwischen den Oktavbändern gibt es Lücken

Hier ein technischer Aspekt, der selten erwähnt wird: Die Normmessungen erfolgen nicht kontinuierlich über den gesamten Frequenzbereich, sondern in diskreten Oktavbändern mit Mittenfrequenzen bei 63, 125, 250, 500, 1000, 2000, 4000 und 8000 Hz. Der ausgewiesene Dämmwert basiert auf diesen acht Messpunkten.

Das bedeutet, dass die tatsächliche Dämmleistung zwischen zwei Messpunkten, zum Beispiel bei 700 Hz, interpoliert wird und nicht direkt gemessen ist. Für die meisten praktischen Anwendungen ist das ausreichend genau. Wer jedoch sehr spezifischen Lärm mit ausgeprägten Peaks bei bestimmten Frequenzen hat, sollte ein vollständiges Dämmkurvendiagramm des Produkts anfordern, das die Dämmleistung über den gesamten Frequenzbereich zeigt.

Diese Kurven finden sich in den technischen Datenblättern der Hersteller und bieten ein vollständigeres Bild der Schutzwirkung als der einzelne SNR-Wert auf der Verpackung. Mehr zum Thema Frequenzen und Schallmessung findet sich im Glossareintrag zur Frequenz bei der Schallmessung.

Häufige Fragen

Die Angabe beschreibt den Frequenzbereich, in dem das Produkt oder Gerät zuverlässig wirkt. Innerhalb dieses Bereichs gelten die ausgewiesenen Leistungswerte. Außerhalb gibt es keine normierten Garantien.
Weil Frequenzen über 8000 Hz für die meisten Arbeitsplatzlärmsituationen kaum relevant sind und das Gehör in diesem Bereich deutlich weniger empfindlich reagiert. Die Norm konzentriert sich auf den für den Lärmschutz bedeutsamen Teil des hörbaren Spektrums.
Sehr tiefe Frequenzen unter 63 Hz, sogenannter Infraschall, sind in der Standardnorm nicht berücksichtigt. Für spezielle Anwendungen mit starkem Tieftonlärm sind erweiterte Messverfahren und speziell geprüfte Produkte nötig.
Oktavbänder sind standardisierte Frequenzbereiche, bei denen die obere Grenzfrequenz doppelt so hoch ist wie die untere. Die Normmessungen für Gehörschutz erfolgen bei den Mittenfrequenzen 63, 125, 250, 500, 1000, 2000, 4000 und 8000 Hz.
Nicht direkt aus dem SNR-Wert. Für frequenzspezifische Werte braucht man das vollständige Dämmkurvendiagramm aus dem technischen Datenblatt des Herstellers.

Dieser Glossar-Eintrag wurde von uns redaktionell unter Zuhilfenahme einer KI erstellt.

Inhalte koennen redaktionell gekuerzt oder angepasst sein.


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