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Raumhallzeit – was der Begriff bedeutet und wie er gemessen wird

Ein Begriff aus der Raumakustik, der auf vielen Produktseiten steht

Wer sich Schallabsorber, Akustikplatten oder andere Raumakustikprodukte anschaut, liest häufig Sätze wie „senkt die Raumhallzeit deutlich“ oder „reduziert die Raumhallzeit um bis zu 85 Prozent“. Was genau die Raumhallzeit ist und was eine solche Reduktion in der Praxis bedeutet, erklären die wenigsten Hersteller.

💡 Definition: Die Raumhallzeit beschreibt, wie lange es dauert, bis ein Schallereignis in einem Raum um 60 Dezibel abgeklungen ist, nachdem die Schallquelle aufgehört hat zu tönen. Sie ist ein Maß dafür, wie hallig oder akustisch trocken ein Raum klingt, und wird in Sekunden angegeben.

Die Raumhallzeit ist dasselbe wie die Nachhallzeit, die in der Akustik auch als RT60 oder T60 bezeichnet wird. Der Begriff „Raumhallzeit“ ist die alltagssprachlichere Variante, die auf Produktseiten und in Beratungsgesprächen häufiger verwendet wird. Beide Begriffe beschreiben exakt denselben Messwert: die Zeit in Sekunden, bis der Schallpegel nach dem Ende einer Schallquelle um 60 Dezibel abgefallen ist. Wer mehr über den physikalischen Hintergrund und die Messung wissen möchte, findet im Glossareintrag zum Nachhall eine ausführliche Erklärung.

Was bedeutet eine hohe oder niedrige Raumhallzeit?

Eine hohe Raumhallzeit bedeutet, dass Schall lange im Raum nachhallt. Das klingt in einer Kirche oder einem Konzertsaal großartig, ist aber in einem Büro, einer Schule oder einer Produktionshalle störend. Gespräche werden unverständlich, Lärm summiert sich, und die allgemeine Belastung durch Schall steigt.

Eine niedrige Raumhallzeit bedeutet, dass Schall schnell absorbiert wird und der Raum akustisch trocken klingt. Das verbessert die Sprachverständlichkeit und reduziert den wahrgenommenen Lärmpegel. Zu kurze Raumhallzeiten können aber auch unangenehm wirken, weil der Raum dann dumpf und leblos klingt.

  • Unter 0,3 Sekunden: Sehr trocken, fast schalltot. Für Tonstudios geeignet, im Alltag als unangenehm empfunden.
  • 0,3 bis 0,6 Sekunden: Optimal für Büros, Besprechungsräume und Schulen. Sprache ist gut verständlich, der Raum klingt natürlich.
  • 0,6 bis 1,2 Sekunden: Angenehm für Wohnräume und Restaurants. Musik klingt voller, Gespräche sind noch gut verständlich.
  • Über 2 Sekunden: Typisch für Kirchen und große Hallen. Für Sprache problematisch, für bestimmte Musik akustisch reizvoll.

Was bedeutet „Raumhallzeit um 85 Prozent reduziert“?

Auf Produktseiten für Schallabsorber liest man häufig Prozentangaben wie „reduziert die Raumhallzeit um bis zu 85 Prozent“. Das klingt beeindruckend, aber was bedeutet es konkret?

Wenn ein Raum ohne Absorber eine Raumhallzeit von 2 Sekunden hat und die Absorber diese um 85 Prozent reduzieren, liegt die neue Raumhallzeit bei 0,3 Sekunden. Das ist eine dramatische Verbesserung, die den Raum von einer halligen Halle in einen akustisch angenehmen Bereich verwandelt. In der Praxis hängt die tatsächliche Reduktion aber stark davon ab, wie viele Absorber eingesetzt werden, wo sie platziert sind und welchen Schallabsorptionsgrad sie haben.

Solche Prozentangaben in Produktbeschreibungen sind daher immer mit Vorsicht zu genießen. Sie beschreiben das theoretische Maximum unter optimalen Bedingungen, nicht das garantierte Ergebnis in jedem Raum.

Wie wird die Raumhallzeit gemessen?

Die Messung erfolgt mit einem Impuls, etwa einem Knall oder Pistolenschuss, und einem Mikrofon, das aufzeichnet, wie schnell der Schallpegel abfällt. Die Zeit vom Ende des Impulses bis zum Abfall um 60 Dezibel ist die Raumhallzeit. Im professionellen Bereich wird dafür spezielle Messsoftware und kalibrierte Messtechnik eingesetzt.

Für den Heimbereich gibt es einfache Smartphone-Apps, die eine grobe Schätzung ermöglichen. Diese reichen aus, um zu beurteilen, ob ein Raum akustisch problematisch ist, ersetzen aber keine professionelle Messung, wenn genaue Planungswerte benötigt werden.

Was viele nicht wissen: Die Raumhallzeit ist frequenzabhängig

Hier ein technischer Aspekt, der auf Produktseiten fast nie erwähnt wird: Die Raumhallzeit ist nicht für alle Frequenzen gleich. Ein Raum kann bei hohen Frequenzen eine kurze Raumhallzeit von 0,4 Sekunden haben, während sie bei tiefen Frequenzen bei 1,5 Sekunden liegt. Der auf Produktseiten genannte Einzelwert ist in der Regel ein Mittelwert über verschiedene Frequenzen.

Das hat praktische Konsequenzen: Dünne Schallabsorber reduzieren die Raumhallzeit vor allem bei hohen Frequenzen gut. Für tiefe Frequenzen braucht man dickere Materialien oder spezielle Tieftonabsorber. Wer in einem Raum besonders viel Tieftonlärm hat, etwa durch Maschinen oder Musik mit starkem Bass, sollte gezielt nach Produkten suchen, die auch bei tiefen Frequenzen hohe Absorptionswerte aufweisen. Mehr dazu im Glossareintrag zur Frequenz bei der Schallmessung.

Wer die Raumhallzeit in einem konkreten Raum verbessern möchte, findet auf den Seiten zu Wandabsorbern, Deckenabsorbern und Akustiktrennwänden geeignete Produkte für verschiedene Einsatzbereiche.

Häufige Fragen

Keiner. Beide Begriffe beschreiben denselben Messwert: die Zeit in Sekunden, bis der Schallpegel nach dem Ende einer Schallquelle um 60 Dezibel abgefallen ist. Raumhallzeit ist die alltagssprachlichere Variante, Nachhallzeit der akustische Fachbegriff.
Für Büros und Besprechungsräume gilt eine Raumhallzeit von 0,3 bis 0,6 Sekunden als optimal. In diesem Bereich ist Sprache gut verständlich und der Raum klingt weder zu hallig noch zu dumpf.
Das ist der theoretische Maximalwert unter optimalen Bedingungen. Die tatsächliche Reduktion hängt von der eingesetzten Absorberfläche, der Platzierung und dem Schallabsorptionsgrad der Produkte ab.
Weil tieffrequente Schallwellen schwerer zu absorbieren sind. Dünne Absorber wirken vor allem bei hohen Frequenzen. Für tiefe Töne braucht man dickere Materialien oder spezielle Konstruktionen.
Mit Smartphone-Apps ist eine grobe Schätzung möglich. Für genaue Planungswerte ist professionelle Messtechnik erforderlich.

Dieser Glossar-Eintrag wurde von uns redaktionell unter Zuhilfenahme einer KI erstellt.

Inhalte koennen redaktionell gekuerzt oder angepasst sein.


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